Dienstag, 8. Juni

Ab in den Urlaub

Semesterferien

von Johanna Weiß

Semesterferien sind nicht immer nur die Zeit der Praktika. Nein, es sind eben auch Ferien. Am schönsten ist es dann natürlich, wenn man auch in den Urlaub fahren oder fliegen kann. Alles Mögliche geht einem dann durch den Kopf, was man mitnehmen muss. Vor allem die Reiseapotheke ist bei niemandem so vielfältig, wie bei einem Mediziner.

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Bei mir ist es auch endlich wieder so weit. Nachdem ich einige Jahre keinen Urlaub hatte, mache ich endlich wieder eine Reise. Diesmal geht es weit weg und ich bin schon ganz aufgeregt. Wochen im Voraus habe ich mich belesen, was mich in diesem fremden Land so alles erwarten wird. Natürlich hatte ich nicht genug zum Anziehen und ich ging erstmal shoppen. Neue T-Shirts, Röcke, Hosen und natürlich Schuhe. Schließlich kann man davon ja nie genug haben. Damit auch in Gesundheitsfragen nichts schief gehen kann, wird dann die Reiseapotheke entsprechend aufgestockt.  Vor allem, wenn man schon Erfahrungen mit ausländischen Gesundheitssystemen gemacht hat.

Bei meinem letzten Urlaub war ich in Spanien. Ich befand mich damals noch ganz am Anfang meines Studiums. Ich wurde damals leider krank und wusste eigentlich, ganz genau, welche Medikamente ich benötigte. Ich ging davon aus, dass es in Spanien so funktioniert, wie in Deutschland. Man geht zum Arzt, bekommt dann ein Rezept und holt sich die Medikamente in der Apotheke. An der Rezeption des Hotels erfuhr ich, wo ich den nächsten Arzt finden würde. Dann machte ich mich auf den Weg. Als ich dort ankam, musste ich nicht einmal lange warten. Innerhalb von ein paar Minuten war ich schon bei der Ärztin im Sprechzimmer.

Zum Glück sprach sie Englisch und ich konnte ihr meine Beschwerden schildern. Sie untersuchte mich noch kurz und dann bekam ich auch schon mein Rezept. Als ich dann an der Anmeldung meine Rechnung bekam, stand mir der Mund offen. Ich sollte 70€ für einmal Händeschütteln und eine kurze körperliche Untersuchung bezahlen. Aber was blieb mir übrig? Ich bezahlte meine Rechnung und machte mich auf den Weg zur Apotheke. Auch hier ließ ich nochmal 30€. Die Apothekerin erzählte mir dann, dass ich mein Antibiotikum auch ohne Rezept bekommen hätte.

Jetzt ärgerte ich mich wirklich. Wusste ich doch genau, was ich brauchte und nun hab ich viel zu viel bezahlt. Als ich dann wieder nach Hause kam, reichte ich die Rechnungen bei meiner Krankenversicherung ein. Die Antwort, die ich bekam, war noch viel besser. „Gern erstatten wir Ihnen die Kosten für Ihre Behandlung im Ausland nach deutschen Maßstäben.“ Mir wurde also nur so viel erstattet, wie die Behandlung in Deutschland gekostet hätte. Ich bekam dann ganze 34€ zurück. Zum Glück hatte ich vor der Reise eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, die mir den Rest erstattete.

Gerade dieses Erlebnis hat bei mir dazu geführt, dass ich mich zukünftig für alle Eventualitäten, die im Urlaub eintreten könnten, wappnen möchte. Also wird die Reiseapotheke für die nächste Reise entsprechend aufgestockt. Antibiotika, diverse Arten von Schmerzmitteln, etwas gegen Durchfall, gegen Sodbrennen, diverse Salben, Antiallergika, Pflaster und Verbandsmaterialien und viele andere Dinge werden dann eingepackt. Auch die Anti-Thrombosespritze darf natürlich nicht fehlen, schließlich dauert der Flug ja sechs Stunden. Sicher ist sicher.

Nun bin ich bestens gerüstet und freue mich riesig auf meinen Urlaub.