Mittwoch, 12. Mai

Antibiotika­resistenz

Wenn Arzneimittel wirkungslos werden

Redaktion ichbinarzt

Der Einsatz von Antibiotika unterstützt das körpereigene Immunsystem bei der Abwehr von Krankheitskeimen. Mit dem Einsatz wird aber gleichzeitig auch die Entwicklung von Resistenzen gefördert, was wiederum eine kontinuierliche Anpassungen und Weiterentwicklungen bei Antibiotika erforderlich macht.

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Wenn Antibiotika gänzlich ihre Wirkung verlieren, werden selbst einfach Infektionskrankheiten wie Blasenentzündungen zu lebensgefährlichen Erkrankungen | Bild unsplash.com

Es ist ein andauernder Wettlauf und im wahrsten Sinne des Wortes eine Sisyphusarbeit. Immer wenn es gelingt einen besonders großen Fortschritt zu erzielen dauert es nicht lange, bis sich Resistenzen entwickeln und die Antibiotika Ihre Wirkung verlieren.

Wo Antibiotika hilft
Antibiotika wirken vor allem gut bei Infektionskrankheiten die durch Bakterien verursacht werden. Dazu gehören: Husten und Bronchitis, Mandel- und Rachenentzündungen, Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Schnupfen, Nasennebenhöhlen und Mittelohrentzündungen, bei Darminfekten oder Harnweg- und Blasenentzündungen oder auch bei bakteriellen Entzündungen der Haut und bei Wunden.

Antibiotika wirken bei bakteriellen Infektionen

Antibiotika sind Arzneimittel und wurden Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelt. Das erste wirksame Antibiotikum „Penicillin“ kam 1942 auf den Markt und war ein Meilenstein in der Medizingeschichte. Antibiotika unterstützen das körpereigene Abwehrsystem bei der Bekämpfung von Bakterien. Sie töten die Erreger ab oder hemmen deren Wachstum.

Antibiotika helfen nicht gegen Viren

Die häufigsten Ursachen für Infektionserkrankungen sind Bakterien und Viren. Aktuell besonders wichtig zu wissen: Antibiotika wirken nicht gegen Viren oder durch Viren ausgelöste Infekte. Daher ist vor Einsatz einer Antibiotikabehandlung eine sorgfältige Diagnose wichtig und notwendig.

Antibiotika und Nebenwirkungen

Die gute Nachricht: die meisten Menschen vertragen Antibiotika sehr gut. Allerdings schaden Antibiotika auch Bakterien, die für unser Wohlsein wichtig sind wie bspw. Darmbakterien. Die häufigsten Nebenwirkungen sind daher auch Bauchschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Durchfall.

Schmalspektrum- und Breitbandantibiotika

Von Schmalspektrum-Antibiotika spricht man dann, wenn die Wirkstoffe auf bestimmte Krankheitserreger und Infektionen ausgerichtet sind. Breitband-Antibiotika (Breitspektrum) richten sich dagegen wortwörtlich gegen viele unterschiedliche Bakterien.

Was sind Antibiotika-Resistenzen

Bakterien werden durch den Einsatz von Antibiotika abgetötet und zunächst schutzlos ausgeliefert, aber nicht gänzlich hilflos. Bakterien setzen gegen Antibiotika auf 2 Erfolgsstrategien: sie vermehren sich unglaublich schnell und versuchen sich gleichzeitig anzupassen. Es ist also ein Wettlauf gegen die Zeit. Wenn Bakterien gegen Antibiotika unempfindlich werden spricht man von einer Resistenz.

Warum sind Antibiotika-Resistenzen so gefährlich

Das RKI (Robert Koch Institut) hält Antibiotika-Resistenzen für eine der größten Herausforderungen für die globale Gesundheit und stellt fest: „die Entstehung von Antibiotika-Resistenzen kann nicht verhindert, sondern nur verlangsamt werden.“ Wenn Antibiotika ihre Wirkung verlieren, werden aus heutiger Sicht einfache Infektionskrankheiten wie bspw. eine Blasenentzündung wieder zu lebensgefährlichen Erkrankungen.

Was sind die Gründe für Antibiotika-Resistenzen?

Die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen wird durch einige Faktoren und Entwicklungen begünstigt:

  • Einmal durch eine stark zunehmende Häufigkeit des Einsatzes von Antibiotika. Bakterien haben durch die zunehmende Häufigkeit der Verabreichung auch besser und häufiger die Gelegenheit zur Anpassung.
  • Aufgrund einer zu kurzen oder falschen Anwendung von Antibiotika. So verbessern sich die Überlebenschancen von Bakterien und deren Anpassung wird unterstützt.
  • Durch die Verwendung von Antibiotika in der Massentierhaltung. Auch dadurch wird die Anpassung von Bakterien und ihre Resistenz stark forciert.

Alternativen zur Antibiotika-Behandlung

So viel vorweg: wir werden in der medizinischen Versorgung nicht gänzlich ohne Antibiotika auskommen können. Dafür sind bakterielle Infektionskrankheiten zu häufig und Antibiotika gegen diese Bakterien zu wirkungsvoll. 
Allerdings gibt es durchaus natürliche Alternativen den steigenden Einsatz von Antibiotika zu reduzieren und damit auch die Entwicklung von Resistenzen zu hemmen. Dazu gehört bei leichten und mittleren Infektionen vor allem der Einsatz von pflanzlichen Wirkstoffen. Das Motto „gegen viele Krankheiten ist ein Kraut gewachsen“ ist durchaus zutreffend.

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Grundwissen Antibiotika­resistenz | Robert Koch Institut
Antibiotikaresistenzen: Große Herausforderungen erfordern komplexe Lösungen | Lothar H. Wieler - Karl Broich
Antibiotika-Resistenzen | Bundesministerium für Gesundheit
Antibiotika | Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Antibiotika – was Sie wissen sollten | Patienten-Information.de
Antibiotika: 9 pflanzliche Alternativen | Rathaus Apotheke
Penicillin - ein Wundermittel kommt in die Jahre | Bayrischer Rundfunk

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