Dienstag, 8. Juni

Bart im Beruf

Bart im Trend

von Hannah Hilgers

Ein ziemlich markantes Merkmal, dass Mann von Frau optisch unterscheidet, ist der Bart. Und der ist – unter modischen Gesichtspunkten betrachtet – im Moment wieder stark im Kommen. Der Trend geht vor allem bei jungen Männern zur Vollbehaarung im unteren Gesichtsbereich. Doch funktioniert das auch im Job?

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Die einen mögen’s glatt rasiert, die anderen ordentlich gestutzt, einige tragen’s akkurat gezwirbelt oder aber auch wild gewachsen. Der Bart verleiht dem männlichen Gesicht das Aussehen, das sein Träger gerne bewusst zur Schau stellt. Während viele hier dem eigenen Charakter Ausdruck verleihen möchten, sorgt der Bartwuchs bei anderen für die optimale Ergänzung zum ganz persönlichen (Mode-) Stil. Doch steckt hinter der abenteuerlichen Gesichtsbehaarung vielleicht sogar noch mehr als nur die pure Optik?

Drei Dinge, die man Männern mit Bart nachsagt

Ein Mann mit Bart kommt in der Damenwelt besser an

Ein kontroverses Thema, denn: Dass Bärte bei Frauen tatsächlich so angesagt sind, wie die einen Studien belegen, das wissen andere Studien dann auch schon wieder deutlich zu widerlegen (siehe hierzu zum Beispiel „The Influence of Facial Hair on Impression Formation“ von Reed, J. Ann; Blunk, Elizabeth M. oder „The evolutionary significance and social perception of male pattern baldness and facial hair“ von Frank Muscarella und Michael R. Cunningham). Mittlerweile geht es hier aber nicht mehr um Vollbart vs. Babyface. Stoppeln sind das Thema Nummer eins, wie zum Beispiel die Forschungen von Nick Neave und Kerry Shields und Barnaby J. Dixson und Robert C. Brooks belegen.

Bart macht älter, selbstbewusster und wohlhabender

Während einige vor allem dem ersten Attribut lieber abschwören möchten, sind andere vielleicht an allen dreien besonders interessiert. Dixson and Vasey haben in 2012 herausgefunden, dass unter anderem neuseeländische Frauen in ihrer Studie davon ausgingen, dass Männer mit Bärten älter aussehen und einen höheren sozialen Status haben. Außerdem gaben diese an, dass besagte Männer „böser“ aussahen als ihre glattrasierten Kollegen.

Bärtige Männer können besser mit Kindern umgehen

…eine Erkenntnis, die aus selbiger Studie von Dixson and Vasey (2012) hervorging. Hier gingen zumindest die befragten Frauen davon aus, dass Männer mit Bart den anderen einiges voraus haben und vor Vater-Qualitäten nur so strotzen.

Die große Job-Frage: Wie kommt der Bart denn nun im Ärztealltag an?

Was lange Zeit als unästhetisch und unangebracht galt, ist heutzutage zivilisiert und mitunter sogar ganz gerne gesehen. Ärzte mit Bart sind im Klinikalltag keine Seltenheit mehr und das sollten sie auch gar nicht sein, findet zumindest Rettungssanitäter Christian Kramer: „Egal ob Bart oder kein Bart – in erster Linie kommt es immer darauf an, gepflegt auszusehen. Das ist in medizinischen Berufen, aber natürlich auch in anderen Branchen die Hauptsache und sollte nicht vergessen werden.“ Auch er selbst trägt Bart und kann dabei durchaus nachvollziehen, was oben genannte Studien bereits belegt haben: „Ohne Bart sehen viele Männer oft jünger aus als sie sind. Assoziiert man die Gesichtsbehaarung mit der langjährigen (Berufs-) Erfahrung, kommt ein Arzt mit Bart durchaus erfahrener oder sogar vertrauenserweckender rüber.“

Ist das vielleicht das ausschlaggebende Argument? Wir finden: Jeder so, wie er mag! Schließlich ist am Ende vieles auch eine Typ-Frage.  Fest steht, dass heutzutage (fast) alles geht, solange es kultiviert und ansprechend aussieht.

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