Donnerstag, 2. September

Goldesel Freizeit

Wenig tun, viel bekommen

von Yavi Bartula

Wir alle wollen Geld. Der eine viel, dem anderen reicht so viel, dass er sorglos leben kann. Doch klar ist: Wir alle wollen lieber mehr, als weniger. Manch einer tut alles dafür, ein anderer nichts. Und warum letzterer bessere Chancen auf Reichtum hat, werden wir Ihnen erklären und Sie vom Nichtstun überzeugen.

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Ginny Rose Stewart | unsplash.com

Unzählige Bücher wurden bereits geschrieben, um uns alle erst neidisch und dann endlich reich zu machen: „Reichtum nach Rezept“, „Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million“, „Denk dich reich!: Wohlstand ist Einstellungssache“ – das sind nur drei Beispiele aus der Wirtschaftsabteilung einer Buchhandlung, in der Sie vielleicht auch schon standen. Mit der Hoffnung, die Antwort auf die berühmte Frage zu finden: „Wie kann ich stressfrei Kohle machen?“.

Theorien gibt es wie Goldmünzen in Dagoberts Geldbunker. Doch jüngst stützen sich einige auf neue Thesen, Studien und Ideen. Diese setzen ganz auf Frei- und Ruhezeiten und sagen: Wer entspannt ist, arbeitet effizient und gewinnorientiert. Das Human Performance Institute in Florida ist ebenfalls gleicher Meinung und argumentiert damit, dass ausgiebige, lange Ruheperioden die Produktivität steigern. Und damit das Kapital.

Bevor Sie an dieser Stelle Ihr Notebook zuklappen und mit Highspeed enthusiastisch auf das Sofa springen, um dort bis Übermorgen zu bleiben, sollten Sie noch die wenigen Zeilen zu Ende lesen. Denn wir propagieren keine Arbeitslosigkeit, sondern qualitativ und quantitativ gesteigerte Freizeit. Und zwar die zwischen den Arbeitssequenzen, denn die brauchen Sie trotzdem, um berufliche Anerkennung und Geld zu bekommen. Doch beides kann sich parallel zu Ihrem persönlichen Glück vermehren, wenn Sie den ruhigen, stillen Momenten mehr Aufmerksamkeit widmen, als bisher. Und mehr, als der aktiven Arbeitszeit selbst.

Warum, ist schnell erklärt. Sind wir ausgeschlafen, fit und gut gelaunt, sind Denkleistung und Konzentration um das Vielfache erhöht und können länger, intensiver und pointierter eingesetzt werden. Es ist deshalb wichtig, zwischen Nachtdiensten oder endlosen Sprechstunden die persönliche Ich-Zeit nach eigenen Wünschen zu gestalten. Aber so, dass Körper und Geist ruhen und keinerlei Stress empfinden.

Sie fragen sich, ob Ihr Beruf diesen Luxus überhaupt erlaubt. Schließlich sind Sie oft rund um die Uhr im Einsatz, außerdem ist der Konkurrenzdruck enorm und Patienten warten schließlich auch nicht. Doch daran dürfen Sie sich nicht orientieren, wenn Ihnen ein hoher Lebensstandard oder Berufsstatus vorschwebt. Und beides erreichen Sie als ausgeglichener, zufriedener und leistungsstarker Mensch eher, als wenn Sie rastlos, desorientiert, reizbar und womöglich ständig krank sind. Denn die Menschen in Ihrem Umfeld nehmen Ihr Wohlbefinden oft stärker wahr, als Sie selbst. Auch Ihr Vorgesetzter, der vielleicht bald einen neuen Oberarzt ernennen möchte.

Deshalb möchten wir Ihnen einige einfache Regeln ans Herz legen: Blenden Sie Uhr, Konkurrenz und Patient dreimal täglich für drei Minuten am Tag aus und konzentrieren Sie sich dann nur auf Ihre eigene Welt. Gedankenlos. Gleiches am Abend: Schalten Sie komplett ab, gehen Sie zu geregelten Zeiten ins Bett, das bestenfalls in einem stockfinsteren und stillen Raum steht, um tiefen REM-Schlaf zu gewährleisten. Wenn es möglich ist, halten Sie Ihre Wochenenden frei und planen Ihre Urlaube bereits am Anfang des Jahres. Denn so einfach sichern Sie sich Ihre Freizeit, die Ihr Schlüssel zu geistigem und materiellem Reichtum ist.

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