Samstag, 4. September

Kleider machen Leute

Wer trägt was?

von Bettina-Isabelle Müller

Gibt es bei Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen ein Art Dresscode? Wir haben mal versucht ihn zu entschlüsseln.

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tephen Coburn/ shutterstock.com

Sitzen wir erst mal schmerz- oder in anderer Form leidgeplagt beim Arzt, kommt uns natürlich als Letztes in den Sinn, erst mal das Outfit des behandelnden Mediziners abzuscannen. Der Ehrfurcht einflößende weiße Kittel lässt ja auch nur selten mal erahnen, was sich darunter befinden könnte. Dennoch, wer öfter mal einen Blick riskiert, der merkt als aufmerksamer Beobachter bald, dass sich eine Art facharztspezifischer Dresscode herauskristallisiert.

Ohne jetzt veraltete Klischees auszuschöpfen, scheint der Hausarzt sich generell einer anderen Kleiderordnung zu unterwerfen als beispielsweise ein Zahnarzt oder Schönheitschirurg. Welche Must-haves die jeweiligen Ärzte ihres Fachbereiches in ihren Kleiderschränken horten, verrät der folgende Check-up.

Der Hausarzt

Traditionell, bequem, Urvertrauen einflößend- so lässt sich der typische Hausarzt-Look schnell auf den Punkt bringen. Hier sind grobe Tweedsakkos in Gewürztönen mit praktischen Ellenbogenflicken, leger sitzende Cordhosen oder nicht mehr ganz zeitgemäß geschnittene Jeans und Flanellhemden in Beige oder Greige keine Seltenheit. Eine leicht abgegriffene alte Arzttasche aus Leder ist hier DAS unverzichtbare Accessoire.

Der Sportmediziner

Er schaut meistens ein wenig so aus, als käme er gerade frisch vom Tennis- oder Golfplatz. Ein Polohemd in Weiß oder Pastellfarben, leger sitzende helle Jeans, Cargos oder Jogginghosen, dazu natürlich moderne Sneakers, kombiniert mit Tennissocken- fertig ist der sportlich frische Look. Und da sich der Sportmediziner auch in seiner Freizeit häufig sportlich betätigt, ob beim Segeln oder Langstreckenlauf, ergänzt eine gesunde Sonnenbräune das kernige Erscheinungsbild.

Der Schönheitschirurg

Strahlend schön bis schillernd sind hier die Patienten. Der Beauty Doc hält sich mit einem schlichten, aber edlen Look dezent im Hintergrund. Nur dem genauen Betrachter entgeht nicht das teure Seidensticker-Hemd und die italienischen handgefertigen Mokassins. Auch mit exklusivem Schmuck, etwa einem Siegelring oder einem Schweizer Chronographen, wird oft nicht gerade gegeizt.

Der Gynäkologe

Ein lässig aufgeknöpftes Polohemd oder figurbetonte Jeans wird man hier eher selten antreffen. Der Gynäkologe ist mehr darauf bedacht, zweideutige Signale zu vermeiden und kleidet sich in der Regel ganz korrekt und eher unauffällig. Ein dezent kariertes Hemd, klassisch gerade geschnittene Jeans und Schürschuhe in Cognac- oder Schokobraun sind hier die Basics. Modische Akzente setzt er aber gern, beispielsweise mit einer unauffälligen, aber teuren Designerbrille.

Der Kardiologe

Stilvoll und gediegen, so halten es in der Regel Vertreter dieser Berufsgruppe. Statt Poloshirt kommt hier ein weißes oder hellblaues Hemd mit guter Passform zum Einsatz, gelegentlich auch mal eine Kravatte. Wichtiges Utensil ist die randlose Brille, die einen klaren Durchblick selbst bei komplizierten Fällen garantiert.

Der Zahnarzt

Weiß, weiß und noch mal weiß, der Zahnarzt scheint mit seinem puristischen Look die beste Reklame für ein strahlend weißes Gebiss zu machen. Er trägt mit Vorliebe Polohemden oder T-Shirts, dazu bequeme Jeans- oder Baumwollhosen. In Abgrenzung zum Sportmediziner setzt er aber auf fußbettfreundliche Birkenstock-Sandalen. Um den sterilen Look etwas aufzulockern, trägt er gern mal eine höherpreisige Uhr oder ein kleines Goldkettchen um den Hals.

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