Dienstag, 8. Juni

Lächeln, loben, adden

Menschen einnehmen

von Yavi Bartula

Sie sind Arzt und die Menschen brauchen Sie. Doch Sie brauchen die Menschen auch, um den Job machen zu können. Patienten, aber auch auch fachkundige Helfer. Letztere haben in der Branche eine unabdingbare Funktion, die Sie schätzen und pflegen sollten. Wir sagen Ihnen, wie.

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Brands People | unsplash.com

Krankenschwestern und Arzthelferinnen haben in der Regel multiple Fähigkeiten und Funktionen: Sie stützen, schützen, schreiben, horchen, fühlen, sehen, helfen, hoffen, plaudern und motivieren. Sie sind die Seele des Hauses, pflegen Kontakte, wissen Bescheid, sind Schatten und Sonnenschein zugleich, mal heiter, mal wolkig, doch immer da. Für Sie und die Patienten.

Ist Ihnen wirklich bewusst, wie sehr Sie Schwestern und Pfleger brauchen? Und wie wichtig es für Sie ist, einen guten Draht zu ihnen zu finden? Wahrscheinlich schon. Und deswegen machen Sie sich schon Tage vor dem ersten Arbeitstag am neuen Arbeitsort ganz verrückt. Wie mache ich mich beliebt? Wie ernte ich Respekt? Wie mache ich mir die Schwestern zu Blutsbrüdern?

Machen Sie sich diese Gedanken. Sie sind wichtig, denn die Beziehung zwischen Arzt und Schwester/ Pfleger ist es auch. Wenn Sie keine Ahnung haben, wie Sie’s angehen, sollten Sie sich folgende Ratschläge zu Herzen nehmen.

Kommunikation ist das A & O

Man sollte nicht gleich Sprechtempo-Rekorde schlagen oder einen coolen Spruch nach dem anderen heraushauen, doch die Sprache ist der Schlüssel zum Herzen eines Menschen. Sie stürzt Mauern, baut Brücken, schafft Vertrauen – Wenn man Sie denn bedacht einsetzt. Sind Sie impulsiv, dann denken Sie 5 Sekunden über die geplanten Worte nach, bevor Sie sie aussprechen. Erwarten Sie Respekt, dann bringen Sie ihn zunächst selbst mit. Sie sind kein besserer Mensch, nur weil Sie eine höhere Ausbildung genießen durften und nun in der Krankenhaushierarchie ganz oben stehen. Seien Sie freundlich, ehrlich, klar, geduldig. Nehmen Sie sich Zeit, um sich auf der Station vorzustellen, dann immer wieder ein bisschen für ein entspanntes Gespräch. Der Joker in jedem Plausch: „Wie geht es Ihnen, Schwester…?“

Wie war nochmal Ihr Name?

No go! Punkt 1 dient nämlich dazu, Ihr Team wirklich kennenzulernen. Dazu gehört auch errungene Namenskenntnis. Niemand nimmt es Ihnen böse, wenn Sie noch einmal nach dem Namen fragen müssen, aber dann sollten die paar Buchstaben pro Person sitzen. Unwichtig? Falsch. Es gibt keine bessere Verbindung, als die persönliche Ansprache. Wenn Sie also die Schwester das nächste Mal fragen, wie es ihr geht, sollten Sie ihren Namen (und zwar den richtigen!) einbauen.

Schwester, bitte helfen Sie mir

Beziehen Sie Ihr gesamtes Team ein und arbeiten Sie gemeinsam – zum Wohle Ihres Patienten und auch im Sinne eines reibungslosen Behandlunsverlaufs. In sozialen Berufen sind Alleingänger Fehl am Platz, weshalb Kooperationen und gegenseitiges Vertrauen die Basis sind. Zeigen Sie Pflegern und Schwestern, dass Sie viel Wert auf ihre Meinung legen, dass Sie sie für kompetent halten, sie als Arbeitskräfte und Ansprechpartner schätzen. Ganz sicher wird Ihnen das Sympathiepunkte bringen – denn Sie mögen es ja schließlich auch, wenn man Sie um Rat fragt und Ihre Meinung bittet. Oder?

Schwester, kommen Sie bitte mit

Visite. Fragen Sie die Schwester, die Sie für sich gewinnen möchten, ob sie Sie begleiten kann. Es wird ihr Gefallen, Ihnen zur Seite stehen zu dürfen. Wenn Sie allerdings aus Zeitgründen absagt, versichern Sie ihr, dass das gar kein Problem ist. Und dann rufen Sie sie nach Ihrem Rundgang an und teilen ihr die wichtigsten Informationen mit. Denn das wird ihr schmeicheln, optimiert den aktuellen Tagesablauf und erleichtert darüber hinaus die weitere Zusammenarbeit.

Kopf hoch!

Fehler sind menschlich. Und ja, auch Engel in Weiß machen sie. Stehen Sie zu ihnen und genauso zu denen Ihres Stationsteams. Ob Sie sich selbst geirrt haben oder die Schwester daneben lag – sprechen Sie immer offen und sachlich über die Missgeschicke oder Irrtümer. Auch, weil Sie damit zeigen, dass Sie auch nur Mensch sind und Menschlichkeit Sympathie schafft. Aufbauende Worte schaffen eine persönliche Ebene, die beiden Parteien Sicherheit gibt. Denn irgendwann kommt die nächste Krise und da werden Sie von Stabilität und entspanntem Umgang profitieren.

Du bist toll

In diesem Satz stecken gleich zwei Geheimwachen: Das „Du“ und ein Kompliment. Beide sind etwas für die besonders offene und herzliche Sorte Arzt (Frauen mögen solche Ärzte – und Schwestern demnach auch). Wenn Sie Ihre Schwester gern haben, oft mit ihr zusammenarbeiten und ihr das Gefühl geben wollen, auf einer Augenhöhe zu stehen, dann bieten Sie ihr das „Du“ an. Oh, sie wird es lieben. Und wenn Sie ihr hin und wieder ein süßes Kompliment machen – zu ihrer Arbeitsweise, dem Geburtstagskuchen oder der neuen Frisur – dann wird sie auch Sie lieben.

Die Königsdisziplin: Facebook

Und jetzt noch etwas für die ganz Mutigen und Freunde der sozialen Netzwerke. Wenn Sie bei Facebook & Co. Ihren zweiten Wohnsitz haben oder zumindest regelmäßige Ausflüge dorthin unternehmen, dann recherchieren Sie doch Schwester XY von Station Soundso. Aber hier ist Vorsicht geboten, denn es herrschen strenge Regeln: Adden Sie die Person nur, wenn sie bereits ein freundschaftliches Verhältnis pflegen, sich bereits duzen, einige Zeit kennen und somit ausschließen können, dass man Sie für einen irren Stalker hält. Denn Herzen können genauso brechen, wie erobert werden.

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